01.04.2026 - Pressemitteilung

Tiefengeothermie "Rhein-Pfalz"
Über den möglichen neue Bohrstandort in Neuhofen und 
Pressebericht: "Ortschefin sieht Vorteile schwinden" (RP - 26.03.2026)

Die Bürgerinitiative gegen Tiefengeothermie Waldsee (BIgT) weist die im Artikel der Rheinpfalz vom 26.03.2026 dargestellten Bewertungen und Schlussfolgerungen der Waldseer Ortsbürgermeisterin Claudia Klein entschieden zurück. 

Zunächst ist festzuhalten: 
Der Umstand, dass das Tiefengeothermie-Projekt „Rhein-Pfalz“ nach aktuellem Stand nicht mehr auf Waldseer Gemarkung realisiert werden soll, ist kein „bedauerlicher Rückschritt“, sondern Ausdruck funktionierender demokratischer Beteiligung. 
Der erhebliche Widerstand aus der Waldseer Bevölkerung, von Gewerbetreibenden sowie betroffenen Eigentümern, hat gezeigt, dass das Vorhaben in seiner bisherigen Form keine ausreichende Akzeptanz findet. 
Dies ist ein legitimer Ausdruck demokratischer Mitbestimmung – und kein Zeichen „fehlender Weitsicht“. 

Die wiederholte Darstellung, Gegner des Projekts hätten Waldsee um wirtschaftliche Chancen gebracht, greift zu kurz und lässt wesentliche Aspekte außer Acht. Insbesondere blendet sie die erheblichen Risiken aus, die mit Tiefengeothermie-Projekten dieser Größenordnung verbunden sein können. 
Hierzu zählen unter anderem potenzielle Schäden und Risse an Häusern durch Bodenbewegungen, erhebliche Grundwasser-Verunreinigungen durch evtl. Leckagen, sowie langfristige Unwägbarkeiten hinsichtlich des Betriebes und der Haftung. 
Diese Punkte sind keineswegs „vermeintlich“, sondern Gegenstand ernstzunehmender fachlicher und gesellschaftlicher Diskussionen. 

Es ist seitens der Ortsbürgermeisterin zudem widersprüchlich, einerseits den Wegfall angeblicher Vorteile zu beklagen, gleichzeitig aber die fortbestehenden Risiken für Waldsee – die bisher immer geleugnet wurden – nun auf einmal doch selbst einzuräumen.  

Besonders irritierend ist in diesem Zusammenhang die implizite Kritik an der Bürgerinitiative (BIgT) und engagierten Bürgerinnen und Bürgern.  
Demokratisches Engagement als mangelnde Weitsicht darzustellen, ist nicht nur sachlich unzutreffend, sondern offenbart ein problematisches Verständnis von Bürgerbeteiligung. 
Wer berechtigte Sorgen und legitimen Widerstand pauschal abqualifiziert, trägt nicht zur Versachlichung bei, sondern verschärft bewusst die gesellschaftlichen Spannungen vor Ort. 

Darüber hinaus ist die Behauptung der Ortsbürgermeisterin, der neue Bohrplatz-Standort auf Neuhofener Gemarkung würde nun deutlich näher an der Wohnbebauung von Waldsee liegen, als dies auf Waldseer Gemarkung der Fall gewesen wäre, schlichtweg falsch. Diese Behauptung ist aufgrund der tatsächlichen örtlichen Gegebenheiten nicht haltbar. 

Mit Nachdruck zurückzuweisen ist zudem die seit geraumer Zeit wiederholte Darstellung der Ortsbürgermeisterin Claudia Klein, der alte Ortskern von Waldsee könne in nennenswertem Umfang von einem möglichen Fernwärmenetz profitieren. 
Diese Darstellung ist in dieser Form realitätsfern und fachlich nicht haltbar. 
Der betroffene Bereich ist geprägt von älterer Bausubstanz, kleinteiligen Eigentumsverhältnissen, sowie sehr engen Straßen. 
Die hierfür erforderlichen massiven Tiefbauarbeiten würden nicht nur erhebliche Eingriffe in die bestehende Infrastruktur bedeuten, sondern auch immense Kosten verursachen – sowohl für die Gemeinde als auch für die einzelnen Hauseigentümer. 
Anschlusskosten von bis zu 20.000 Euro  pro Haushalt sind dabei keineswegs theoretisch, sondern realistisch und wären eine enorme finanzielle Belastung für jeden Eigentümer. 
Autarke Alternativen, wie z.B. Luft-Wärme-Pumpen wären deutlich günstiger. 

Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, wie weiterhin der Eindruck eines wirtschaftlich tragfähigen und breit umsetzbaren Konzepts vermittelt werden kann. 
Dass diese offenkundigen Rahmenbedingungen von der Ortsbürgermeisterin ausgeblendet oder verharmlost werden, lässt erhebliche Zweifel an ihrer fachlichen Einschätzung und der notwendigen Sachkunde in dieser zentralen Frage aufkommen – zumal diese grundlegenden Überlegungen keiner aufwendigen Machbarkeitsstudie bedürfen, sondern sich bereits aus einer einfachen wirtschaftlichen Betrachtung ergeben.

Ebenso problematisch ist die nun bekannt gewordene Tatsache, dass offenbar alternative Standorte im Bereich des Hochwegs geprüft wurden, ohne dass diese jemals transparent kommuniziert wurden. 
Dies bestätigt in aller Deutlichkeit die wiederholt geäußerte Kritik der BIgT Waldsee hinsichtlich mangelnder Transparenz im gesamten Verfahren. 
Offensichtlich wurden alternative Standorte im Hintergrund geprüft und vorangetrieben, ohne die Öffentlichkeit hierüber zu informieren.  
Statt einer offenen Kommunikation wurde offenbar versucht, entsprechende Flächen im Stillen zu „sichern“ – etwa durch Verhandlungen oder Ankäufe. 
Ein solches Vorgehen widerspricht grundlegenden Prinzipien von Transparenz und erschüttert das Vertrauen in die handelnden Verantwortlichen nachhaltig. 

Die BIgT Waldsee wird sich jedenfalls weiterhin mit Nachdruck für Transparenz und eine umfassende Risikoaufklärung und die Wahrung der Interessen der Bevölkerung einsetzen. 

BIgT Waldsee - 30.03.2026 

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