Meinungen - Leserbriefe

Wir bitten um Verständnis, dass Veröffentlichungen von Meinungen und Leserbriefen nur erfolgen können, 
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29.10.2025
Ein von RHEINPFALZ nicht abgedruckter Leserbrief einer interessierten Waldseer Mitbürgerin 
(Der Name ist unserer Redaktion bekannt!)

Sehr geehrte Rheinpfalz,

als Einwohnerin von Waldsee beschäftigt mich das Thema Tiefengeothermie in Waldsee 
und die Vorhaben der Firma Geopfalz sehr.

Ich vermisse in bereits veröffentlichten Artikeln die Darstellung der Ängste und Sorgen der Bürger von Waldsee. 

Ist es denn nicht nachvollziehbar, dass Eigentümer von Häusern und Grundstücken Angst vor Schäden und Wertverlusten haben? Wenn dies eintreffen würde, ginge es bei vielen Bürgen um die eigene Existenz, die man sich mühevoll aufgebaut hat.

Es ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb zu den Infoveranstaltungen der Geopfalz nur Einwohner von Waldsee kommen durften. 
Was ist mit den Grundstückseigentümern, die keinen Wohnsitz in Waldsee haben? 
Hat denn ein Mieter mehr Recht auf Information als ein Eigentümer, der unmittelbar davon betroffen ist? 

Und weshalb erschwert Geopfalz den Zugang zu ihrer Infoveranstaltung 
(Einlass nur nach zweifacher schriftlicher Anmeldung per Mail, Ausweiskontrolle und Securitypersonal vor Ort), 
wenn sie mit den Bürgern in den offenen Dialog gehen wollen?

Ich frage mich bis heute was Waldsee davon haben soll, dass bei uns eine Tiefengeothermie-Anlage gebaut werden soll. 
Wir (alle bisher erbauten Häuser) haben keine Möglichkeit daran angeschlossen zu werden und zukünftige Neubaugebiete sind in der Planung auch nicht vorgesehen. 

Wir werden also den Lärm, die Lichtverschmutzung, kleinere Erdbeben und im schlimmsten Falle sogar noch
verseuchtes Grundwasser in Kauf nehmen müssen, damit Speyer und Schifferstadt im Warmen sitzen kann.

Die möglichen Schäden am Privateigentum scheint niemand zu interessieren und wird wohl auch niemand ersetzen (trotz Versprechungen). 
Aber hat schon jemand daran gedacht, dass der Rheindamm und unser Wasserwerk nicht weit entfernt sind? 
Was ist wenn diese durch die Bohrungen Risse bekommen? 
Dann sitzen wir wortwörtlich alle in einem Boot!

Dass unsere Ortsbürgermeisterin sich für eine Tiefengeothermie in Waldsee einsetzt ist eine Sache. 
Aber hat sie denn schon mal versucht mit den Bürgern in Kontakt zu treten, um ihre Beweggründe mitzuteilen? 

Ich hätte mir erhofft, dass unsere Bürgermeisterin und der Ortsgemeinderat in einer öffentlichen Veranstaltung in den Dialog mit den Bürgern und Eigentümern geht. Darin könnten sie ihre Beweggründe darlegen und sich mal die Sorgen ihrer Bürger anhören. Schließlich wurden sie ja auch von den Bürgern gewählt. 

Bei der Infoveranstaltung der Geopfalz war unsere Bürgermeisterin mit anwesend, aber gesprochen haben nur die Bürgermeisterinnen von Speyer und Schifferstadt. 

Und ganz ehrlich, wenn ich aus Waldsee komme, interessiert mich mehr was unsere eigene Bürgermeisterin zu sagen hat, als die beiden Damen aus Speyer und Schifferstadt.

05.09.2025

Lesermeinung zum RHEINPFALZ-Kommentar
"Kontroverse Diskussion über Geothermie" vom 03.09.2025
 

Demokratie ist ein kontinuierlich laufender Prozess, um im Austausch gegensätzliche Meinungen, 
bei dem es durchaus auch etwas derber zur Sache gehen kann, einen tragfähigen Kompromiss zu finden. 

An oberster Stelle sollte immer ein zivilisierter Umgang miteinander stehen. 
Das war bei der Veranstaltung wohl auch der Fall. 
Was gar nicht geht, ist die jetzt angewandte, ich nenne es die "Waldsee Methode Praxis", den Kreis der Diskutierenden im Voraus zu sortieren oder besser gesagt zu selektieren. 
Eine Gemeinschaft von erwachsenen Menschen muss in der Lage sein, auch bei einer laufenden Veranstaltung, Schreihälse und polemische Schwätzer in ihre Schranken weisen zu können. 

Für mich hat das praktizierte Vorgehen einen Beigeschmack, weil hier offenbar unbequeme Argumente, 
schon im Vorfeld erst gar nicht zu Sprache gebracht werden sollten. 
Die im Kommentar reklamierte Bereitschaft zu einem Austausch von Argumenten zwischen den Projektverantwortlichen einerseits und den Projektskeptikern anderseits, ergo ein aufeinander zugehen, ist genauso richtig wie trivial. 
Den Schwarzen Peter gerade so mal prophylaktisch der Bürgerinitiative unterschieben zu wollen, ist einfach nur dumm. 
Überall gibt es schwarze Schafe und Trittbrettfahrer, die allerdings erst einmal lokalisiert werden müssen. 
Wer schon einmal bei der Gründung einer BI mitgewirkt hat, kennt das Phänomen. Zu Anfang sind alle Feuer und Flamme, wobei viele auch über das Ziel hinausschießen, so wie es wohl auch im dörflichen Umfeld der Gemeinde Waldsee, wo Jede(r), Jede(n) kennt, der Fall war. 
Pöbeleien aus den Echokammern sogenannter sozialen Netzwerke sind im Nu viral und schwer wieder einzufangen. 
Das ist die Aufgabe derer, aus deren Ecke das Gemotze und die persönlichen Anfeindungen kommen. 
Ergo sowohl die Projektbetreiberinnen müssen ihre Sympathisanten genauso an die Kandare nehmen, 
wie auch die BI, die dann schnell merken wird, wie ihr Mitgliederstand schrumpft. 
Dies auszuhalten ist die Sache allemal wert. 

Wirklich ärgerlich ist allerdings die ach so häufig beteuerte Transparenz durch die Projektbetreibenden, 
die - so auch bei der Veranstaltung in Waldsee - nichts weiter ist, wie eine Top Down Information im Stil einer Werbeveranstaltung der Bohrloch-Bergbaubranche. 
Das können andere besser!
Im September 2022 fand eine Gemeinderatssitzung der Gemeinde Haßloch statt, wozu geothermie-kritische Kräfte aus der Pfalz eingeladen waren und ein Vertreter von der BI Kehl via Internet zugeschaltet worden war. Die Eingeladenen konnten in einer sachlichen Atmosphäre ihre Argumente vortragen. 
Die Projektbetreiberin, die Vulcan Energie Ressourcen GmbH, war mit den beiden damals agierenden Geschäftsführern vertreten und stellten sich ebenfalls den Fragen der Gemeinderäte. 

Warum ist es offenbar nicht möglich, im Rheinpfalz Kreis zusammen mit der Stadt Speyer eine Podiumsdiskussion zu initiieren, bei der sich die beiden Gruppen von Angesicht zu Angesicht begegnen?

Gerade hier, wo zum ersten Mal die öffentliche Hand in Person der Schifferstadter Bürgermeisterin und der Speyerer Oberbürgermeisterin in der Funktion der Projektbetreibende und somit auch der Projektverantwortlichen an vorderster Stelle stehen, wäre das ein erster Schritt in die richtige Richtung. 

Thomas Hauptmann 
Pfalz parterre 

 

 

02.09.2025
Stellungnahme unserer BI zu den Infoveranstaltungen von geopfalz am 01.09.2025

 Die gestrige Infoveranstaltung der Firma GeoPfalz in der Kulturhalle Waldsee hat einmal mehr gezeigt: 
Von einem Ziel, einen offenen Dialog mit der Bürgerschaft zu erreichen, kann zum größten Teil wirklich keine Rede sein.
 

Schon am Eingang entstand der Eindruck von Abschottung. 
Trotz freier Plätze wurde zahlreichen Waldseern der Zutritt verweigert, weil sie sich nicht vorab registriert hatten. 
Ausweiskontrollen, Taschenkontrollen und ein massives Sicherheitsaufgebot vermittelten eher das Gefühl einer Hochsicherheitsveranstaltung als das einer offenen Bürgerinformation.
 

Auch im Saal selbst setzte sich dieses Bild fort: 
Fotografieren war strikt untersagt, Fragen während der Präsentation nicht erwünscht. 
Erst am Ende durften Einwände vorgebracht werden – und diese wurden, wie schon bei früheren Terminen, 
mit meist ausweichenden Floskeln beantwortet.

Die Waldseer BürgerInnen stellten viele, insbesondere auch kritische Fragen zum geplanten Vorhaben. 
Diese Sorgen der Bevölkerung – von Erdbebenrisiken und Gebäudeschäden über Gefahren für das Grundwasser bis hin zu Belastungen für Natur- und Naherholungsgebiete – blieben dabei meist unbeachtet. 
Weitere Risiken wie Kontamination durch Lagerstättenwasser, technische Probleme oder finanzielle Fehlschläge von Bohrungen wurden von den Vortragenden nur sehr knapp erwähnt.

Das Fazit der BIgT fällt daher ernüchternd aus: 
Wieder einmal keine neuen Informationen – und vor allem kein echter Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. 
Die kritische und dabei auch deutliche ablehnende Haltung der Anwesenden zur Tiefen-Geothermie überwog den sehr spärlich positiv geäußerten Meinungen bei Weitem! 

 

28.08.2025
Zum Thema  und RP-Artikel "Klares Bekenntnis zu Geothermie-Projekt" 
erhielten wir diesen sehr interessanten und lesenswerten

Leserbrief von Monika & Thomas Hauptmann, Schifferstadt und Ute & Jürgen Bauer, Insheim:
 

Nach Jahren der Bedeutungslosigkeit im Kontext einer dringend notwendigen Umgestaltung der Gewinnung
von Wärmeenergie, weg von fossilen Energieträgern, hin zu ökologisch nachhaltigen Methoden, 
hat die »Hydrothermale Geothermie« als möglicher Ansatz wieder an Bedeutung gewonnen. 
Das hat auch mit der Verpflichtung der Kommunen zu tun, eine Wärmeplanung vorlegen zu müssen.

Schon seit über 20 Jahren gibt es Bestrebungen im Oberrheingraben durch die, so die Betreiberinnen 
geothermischer Projekte, unbegrenzt zur Verfügung stehenden Erdwärme als Stein der Weisen und eierlegende Wollmilchsau Popularität zu verschaffen.

Herausgekommen ist dabei – außer vollmundiger Versprechungen – wenig bis nichts. 
Hier sollte bedacht werden, dass im Gegensatz zu Island, die „Wärme“ in Form von Tiefenwasser erst gefördert 
werden muss, was technisch hoch anspruchsvoll ist.

Vor dem Hintergrund der Historie der beiden in Rheinland-Pfalz existierenden Geothermiekraftwerke Landau und Insheim, erscheinen die Bedenken der in Waldsee gegründeten Bürgerinitiative mehr als berechtigt.

Beide Geothermie-Anlagen, konzipiert für Strom und Wärme, haben nie die projektierte Leistung erreicht, 
allerdings für großflächige Hebungen und Grundwasserverschmutzungen rund um das Landauer Kraftwerk und mit fast 200 seismischen Ereignissen in Insheim und Rohrbach gesorgt, von den Inhaberinnen und deren 
Geschäftsführern, u. a. Herrn Uhde, damals Chef der Insheimer Anlage, als Mikrobeben klein geredet.

Die ursprünglichen Eigentümerinnen, die »Energie-Südwest« in Landau und die »Pfalzwerke« in Landau und
Insheim, haben sich ganz schnell aus den Projekten zurückgezogen, als die massiven Probleme mit den Anlagen nicht mehr unter dem Teppich zu halten waren. 
Ein Engagement unter der Federführung kommunaler Energieversorger erscheint somit mitnichten als eine Garantie für einen bürgerfreundlichen Umgang mit einer Technologie, von der keiner bis zum Tag der Inbetriebnahme wirklich sagen kann ob die Planungen aufgehen, oder eben nicht.

Die beiden Kraftwerke in der Südpfalz gehören mittlerweile der 100%igen Tochter eines australischen Bergbau-Unternehmens, der »Vulcan Energy Resources Ltd.«, einer Aktiengesellschaft nach australischem Recht. 

Die »Vulcan Energie Ressourcen GmbH« wird nicht müde sich mit unbelegten Pressemitteilungen selbst zu 
überbieten, ohne dass die vollmundigen Ankündigungen jemals zum angekündigten Zeitpunkt umgesetzt worden wären.
Neben den möglichen technischen Problemen muss eine Anbindung an eine bestehende Versorgungsinfrastruktur, sofern vorhanden, hergestellt, bzw. muss eine solche erst neu geschaffen werden. 
Das kostet zig Millionen, denn alleine für die Anbindung an das Netz der Stadt Speyer bedarf einer Verbindung von mindestens 7 km.

 

Da auch die Stadtwerke, auch wenn diese zu 100% der Kommune gehören, nach betriebswirtschaftlichen
Prinzipien geführt werden, müssen die Anschlusskosten zwangsläufig an die Kunden weitergereicht werden. 
Dazu kommen dann auch noch die Kosten für den Anschluss an das Netz und für die Übergabestation.

Die Netzentwicklung hat in der Vergangenheit zu horrenden Preissteigerungen durch die monopolistisch 
agierenden Wärmenetzbetreiber geführt. 
Die Anschlusskosten können trotz Subventionierung schnell einen fünfstelligen Betrag erreichen. 
Über diese Tatsache lassen sich die beiden Bekennerinnen leider nicht aus, genauso wenig wie mit der Schadensregulierung im Falle von möglichen Bergschäden umgegangen werden soll.

Die Homepage der gemeinsamen Projektgesellschaft »Geopfalz« ist da wenig hilfreich und liefert nur die seit
Jahren gebetsmühlenartig wiederholten Beruhigungsformeln der Branche.

Bleibt die Frage im Raum stehen, ob das Geld im Interesse der Wirtschaftlichkeit vor dem Hintergrund des
Nutzens und der möglichen Schwierigkeiten nicht in alternativen Projekten besser angelegt wäre.

Thomas Hauptmann
Pfalz-parterre
 

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28.08.2025
Leserbrief Herrn Germer Koll
Dieser Leserbrief wurde am 17.08.2025 an RHEINPFALZ eingereicht.
Leider wurde der Beitrag bis zu obigen Datum vom Verlag nicht berücksichtigt.
Gerne geben wir hier die Meinung von Herrn Germer Koll bekannt.

Zu Ihrem Artikel in der Speyerer Rundschau vom 16. August 2025
„Geothermie: Anderer Standort gesucht“
 

Sehr geehrte Redaktion,
 

die geplante Tiefengeothermie-Forschungsanlage "AGENS*
in der Gemarkung Waldsee erfüllt mich mit großer Sorge.

Neue Bohrtechniken sollen erforscht werden. 
Die Bohrlandepunkte liegen in der Nähe von Wohngebieten.

Der Oberrheingraben liegt in einem geologisch instabilen Gebiet. 

Es wurden nachweislich durch Betreiben entsprechender Anlagen bereits spürbare Erdbeben ausgelöst 
und Häuser beschädigt. Eine Schadenregulierung seitens der Betreiber blieb meist aus.
 

Zusätzlich droht Gefahr durch hochmineralisierte Tiefenwässer, die bei Unfällen unser Grundwasser belasten können.
 

Die Kommunikation der Geopfalz mit den Waldseer Bürgern gleicht eher der eines langsam auftauchenden
 U-Bootes und ist keineswegs transparent. 
Der Verdacht liegt nahe, dass Grundstücksankäufe und Bohrgenehmigungen schon vor dem Info-Abend am 01.09.2025 geregelt werden sollten, um anschließend als vollendete Tatsachen dargestellt zu werden.
 

Klimaschutz ist wichtig, doch er muss sicher und verantwortungsvoll erfolgen.

 

Quellenangabe:

Geothermie Forschungsanlage Rhein Pfalz:

https://www.geothermie.de/bibliothek/lexikon-der-geothermie/a/agens-forschungsvorhaben
 

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